Retail-Media-Werbung entwickelt sich zu einem der am schnellsten wachsenden Marketingkanäle. Mit dem Wachstum von E-Commerce, Einkaufs-Apps und Einkaufsdaten können Marken Konsumenten deutlich präziser erreichen als in klassischen Reichweitenmedien.
Trotzdem gibt es rund um Retail Media noch viele Missverständnisse. Hier sind fünf der häufigsten Mythen.
Mythos 1: Retail Media sind nur Banner auf der Website eines Händlers
Realität: Retail Media ist heute deutlich breiter. Dazu gehören Suchplatzierungen, Sponsored Products, Produktempfehlungen, gesponserte Inhalte in mobilen Apps, Full-Screen-Formate und Offsite-Kampagnen, die mit Händler- oder Shopper-Daten aktiviert werden.
Beispiel: Amazon Advertising oder Allegro Ads können Produkte in den Suchergebnissen der Plattform bewerben, aber auch außerhalb der Plattform Reichweite aufbauen, etwa über Display- oder Videokampagnen, die auf echtem Kaufwissen basieren.
Mythos 2: Retail Media funktioniert nur für große Marken
Realität: Auch kleine und mittlere Marken können Retail Media wirksam nutzen. Präzises Targeting hilft ihnen, näher am Kaufmoment zu konkurrieren, besonders wenn sie Nischenprodukte dort zeigen, wo Shopper bereits nach Alternativen suchen.
Beispiel: Ein lokaler Safthersteller kann in einem Grocery-Umfeld neben globalen Getränkemarken erscheinen und Menschen erreichen, die offen für neue Produkte sind.
Mythos 3: Retail Media ist nur ein kurzfristiges Verkaufstool
Realität: Retail Media unterstützt Conversion sehr gut, endet aber nicht beim kurzfristigen Warenkorb-Uplift. First-Party-Daten helfen Marken, Wiederkauf, Loyalität, Kategorieverhalten und Always-on-Möglichkeiten besser zu verstehen.
Beispiel: Eine Kosmetikmarke kann Kaufrhythmus-Signale nutzen, um Reminder-Kampagnen zu planen, wenn Shopper ein Produkt wahrscheinlich nachkaufen. So wird Retail Media nicht nur Performance-Kanal, sondern auch Unterstützung für CRM.
Mythos 4: Retail-Media-Daten sind begrenzt und schwer auszuwerten
Realität: Retail-Media-Plattformen können sehr wertvolle Insights liefern: Verkaufssignale, Warenkorbverhalten und detaillierte Zielgruppensegmente. Entscheidend ist, dass es sich um First-Party-Daten handelt, die in einer Privacy-first- und Post-Cookie-Welt belastbarer sind.
Beispiel: Eine Warenkorbanalyse kann zeigen, dass Käufer von Premium-Pasta häufig auch Wein im mittleren Preissegment wählen. Solche Signale helfen bei Cross-Selling, Bundle-Planung und besserer Zusammenarbeit zwischen Händler und Marke.
Mythos 5: Retail Media ist nur E-Commerce
Realität: Retail Media verbindet Online- und Offline-Handel. Digitale Kampagnen werden immer häufiger mit Aktionen im stationären Handel verbunden, während Offline-Verhalten die Online-Planung verbessert. So entsteht ein Omnichannel-Kanal, der Shopper an unterschiedlichen Punkten der Journey erreicht.
Beispiel: Eine Snackmarke kann Sichtbarkeit in einer Einkaufs-App mit Präsenz im Geschäft kombinieren und anschließend analysieren, wie sich die Kanäle gegenseitig unterstützen.
Fazit
Retail Media ist kein kurzfristiger Trend. Es ist ein strategischer Kanal, der verändert, wie Marken Beziehungen zu Shoppern aufbauen. Wer die tatsächlichen Möglichkeiten versteht, kann Retail Media sowohl für Umsatzaktivierung als auch für langfristigen Markenaufbau nutzen.
Marken, die früh lernen, Retail Media zu nutzen, bauen einen Vorsprung auf. Wer an alten Annahmen festhält, riskiert, zurückzufallen, während immer mehr Kaufentscheidungen in digitale, datenreiche Shopping-Umfelder wandern.
